Pro Equo BW - Tierschutzgesetz –eine Farce?

Tierschutzgesetz –eine Farce?

Jetzt gibt es doch ein Tierschutzgesetz! Die FN brachte die Richtlinien „Zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ und „die ethischen Grundsätze des Pferdefreundes“ heraus und die Arbeitsgruppe Tierschutz im Pferdesport mit namhaften Verbänden und staatlichen Stellen, schrieb eine Broschüre über „Tierschutz im Pferdesport“. Es fand auch eine öffentliche Tagung zum „Tierschutz im Pferdesport“ statt.
Und dennoch sind Missstände, wie in den Beispielen auf den nächsten Seiten zu sehen ist, keine Seltenheit, sondern eben der ganz normale Wahnsinn.
Alle zuständigen Stellen, viele Reiter und Pferdehalter bemühen sich um ein neues Tierschutzgesetz und dennoch scheint es nicht möglich zu sein, das Tierschutzgesetz in einen klaren, eindeutigen Kontext zu stellen.
Solange das Tierschutzgesetz wegen seiner mannigfaltigen Auslegungen nicht greifen kann und sie staatlichen Stellen aufgrund der vorliegenden Fakten nicht eingreifen können, wird sich nie etwas ändern. Das Gesetz muss neu definiert werden.
Wenn wir nicht erreichen , dass fachlich kompetente unabhängige Pferdespezialisten die angezeigten Tierschutzwidrigkeiten überprüfen und den Pferdebesitzer belehren und gegebenenfalls Nachhilfe in Sachen Pferdehaltung erteilen, bis hin zur Wegnahme des Tieres, wird sich nie etwas ändern. Das heißt, wir brauchen zu den jeweiligen Amtstierärzten einen Tierschutzbeauftragten für Pferde, der mit dem Amtstierarzt vor Ort fährt. Es kann nicht angehen, dass Amtstierärzte, die zum Großteil über Pferde und deren Bedürfnisse, nicht genügend Fachwissen haben, über deren Schicksal urteilen dürfen. Auch ist es für die Amtstierärzte durch das uneindeutige Tierschutzgesetz schwierig, wirklich eingreifen zu können. Selten liegt ein so gravierender Fall vor, dass sofort Handlungsbedarf besteht. Und wenn doch, dann stellt sich zugleich die Frage, wohin mit dem Pferd bzw. mit den Pferden. Es gibt zwar ein paar Stallbesitzer (Tierschützer), die sich auf beschlagnahmte Pferde spezialisiert haben, aber selbstverständlich muss in so einem Fall der Staat für die Pferde aufkommen. Von daher überlegt der Amtstierarzt lange, ob er dem Pferdebesitzer nicht doch noch eine Frist zur Behebung der Mängel setzt, bis er das Pferd irgendwann beschlagnahmt.
Privatpferde, die in einem Tattersall .bzw. auch in einem guten Pensionsstall von dem Stallbesitzer zwar gemistet und gefüttert werden und somit nicht augenscheinlich gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird aber: vom Besitzer nicht bewegt wird, trotz Lahmheit bewegt wird, nur in der Halle bewegt wird, nur am Wochenende dafür aber gleich vier Stunden Strecke macht, durch unsachgemäße Ausrüstung unrittig werden und leiden, u.s.w.
Verstöße dieser Art werden von den anderen Reitern zwar erkannt, aber nie zur Anzeige gebracht, weil man inzwischen weiß, dass die Amtstierärzte hier nicht eingreifen, da anscheinend die Beweisführung zu schwierig ist.
Auch der Stallbesitzer greift nicht ein, wenn das Pferd grundlos über mehrere Tage in seiner Box verharren muss, solange die Boxenmiete überwiesen wird. Nur wenn wir ein Pferd verkaufen müssen, hoffen wir doch auch, dass es in gute Hände kommt, und die Reiter und Stallbesitzer ein Auge darauf haben, dass es adäquat versorgt wird. Von daher wünsche ich mir wesentlich mehr Zivilcourage.
Aber dazu gehört auch, dass Tierschutzbeauftragte greifbar sind, an die man sich wenden kann, und die in den genannten Fällen, Gespräche mit den Pferdebesitzern führen, sie über die Bedürfnisse eines Pferdes aufklären, und Lösungsvorschläge unterbreiten. Weil es immer mehr Menschen gibt, die sich ohne jegliche Vorkenntnisse ein Pferd zulegen, ist es auch von so enormer Wichtigkeit, dass Reitlehrer und Personal über ein wirklich fundiertes Fachwissen und pädagogisches Geschick verfügen.

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