Pro Equo BW - Noch ein paar Beispiele

Noch ein paar Beispiele

Oftmals erstaunt mich, dass viele Pferdehalter sich ihrer tierquälerischen Handlungen gar nicht bewusst sind. So kam ich auf meiner Suche nach einem geeigneten Hof zu einer Araberzüchterin, die mir voller Stolz ihr Araberfohlen zeigte, das Mutterseelen allein in einer Boxe stand, abseits von den anderen Pferden. Auf meine Frage, warum sie das Fohlen denn schon mit fünf anstatt mit sechs Monaten absetzte und warum sie denn das Fohlen nicht in eine Fohlenherde stelle, antwortete sie mir sehr fachwissend, dass man Araberfohlen besser einzeln aufzieht, um den sozialen Kontakt zum Menschen zu festigen.
Na ja, wenn das so ist !
Ich bewegte einmal für eine Bekannte eine Woche lang, deren zwei Pferde, die in einem gut besuchten Pensionsstall mit ca. 40 Pferden standen. Und wie es meine Art ist, schaute ich mir alle Pferde an, vielleicht kannte ich das ein oder andere. Im hinteren Stalltrakt war eine Reihe von Boxen ohne jegliche Lichtquelle von außen. Erst bei näherem hinsehen erkannte ich, dass eine Box ringsum mit E-Zaun gespannt war, an der Box das Hinweisschild „Achtung Strom!“
In der 3x3m Box stand eine Stute und ein kleines Pony. Voller Entsetzen sprach ich den nächstbesten Reiter an, was es denn mit den armen Pferden auf sich hätte. Ja, die Stute wäre ein starker Kopper und damit sie nicht mehr an der Box zum Koppen aufsetzen kann wurde Strom eingesetzt und gegen die Langeweile, den die Besitzerin lässt sich nicht allzu oft sehen, steht das Pony zur Gesellschaft mit in der Box. Warum hat keiner der Pferdebesitzer die Courage, solche schwerwiegenden Tierquälereien zur Anzeige zu bringen?
Oder finden die Leute in diesem Stall diese Art von Pferdeliebe in Ordnung?

Ich kenne Reitvereine, die ihre Schulpferde zur Erholung einem Bauern auf der Alb anvertrauen. Wie es hieß, verbringen die Pferde mehrere Wochen auf der Weide. Da meine Freundin und ich zufällig Pfleger zweier Pferde waren, besuchten wir die Pferde auf der Alb. Unser Bild von zwei grasenden Pferden im satten Grün, die freudig Bocksprünge vollführen und ihren langersehnten Freiheitsdrang durch wilde Galoppspiele auf einer langgestreckten Koppel nachgehen, wurde jäh zerstört. Die Pferde standen in Boxen, die mit Spinnweben übersät waren und die „Matratze“ die die Pferde riesig erscheinen ließ, brachte an den Seiten unzählige Champions hervor.. Vor den Boxen standen mehrere landwirtschaftliche Maschinen, so dass es unmöglich war, die Pferde gefahrlos auf die Koppel zu führen.
20 Jahre später; ich arbeitete zufällig im Nachbarort in einem Pensionsstall, da erfuhr ich, dass ein mir bekanntes altes Pferd bei dem Bauern untergebracht sei. Und dass die Pferde nur selten auf der Koppel anzutreffen seien. Ich fuhr zu dem Bauern hin und erzählte ihm, dass ich das Pferd kenne und es gerne besuchen würde. Wieder das gleiche Bild wie damals. Landwirtschaftliche Maschinen versperrten uns den Weg zu den Boxen, und die vielen Spinnweben ließen die Pferde nur schattenhaft erscheinen. Der Bauer ahnte nichts von meiner Wut. Ich rief den zuständigen Amtstierarzt an und brachte meine Empörung zum Ausdruck. Leider wohnte der Tierarzt im gleichen kleinen Ort, wie der Bauer. Und wie Sie sich denken können: „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.“
Die Stallungen wurden für ausreichend anerkannt.

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