Pro Equo BW - Doping

Doping

Wo sportlicher Ehrgeiz groß ist und es um Geld und Ansehen des Reiters geht, besteht leicht die Gefahr, dass die Pferde überfordert werden. Dies gilt meiner Ansicht nach nicht nur für den Spitzensport, sondern vorwiegend für die reiterliche Basis. In vielen Reitbetrieben gehört Doping zum Alltag. Schulpferde werden mit Equipalazone, dem Allerwelt- Schmerzmittel, relativ schmerzfrei gemacht. Da die meisten Schulpferde an Spat oder Hufrollenentzündung leiden, sprechen die Pferde mit der Zeit nicht mehr auf Equipalazone an, so werden stärkere Mittel verabreicht. Es ist kaum zu übersehen, wie sich manche Schulpferde in der Reitbahn schwer tun und ihnen bei jedem Schritt die Schmerzen durch die Knochen jagen. Vor allem die guten, leistungswilligen Pferde, die jahrelang in Springstunden und in Reitabzeichen so manchen Reitschüler über die Sprünge und durch das Reitabzeichen trugen, leiden natürlich am stärksten unter den Verschleißerscheinungen. Doch sind es gerade diese „wertvollen Tiere“, die so schnell kein Neuling ersetzen kann. Vor allem kostet ein neues Schulpferd, für dieses Geld kann man eine Menge schmerzstillender Medikamente kaufen. Der Reitschüler merkt sowieso nicht, dass er auf einem platten Pferd sitzt. Das Problem, mit eigentlich nicht mehr einsatzfähigen Schulpferden, die trotzdem noch unter Medikamenteneinfluß mehrere Jahre ihre Runden drehen, betrifft nicht nur Tattersalbetriebe. Vor allem gut besuchte renommierte Reitbetriebe, in denen mehrere Reitabzeichenlehrgänge im Jahr stattfinden, gehören ebenso dazu.
Hunderte von Abzeichen werden Jahr für Jahr von Richtern und Prüfern, in verschiedenen Reitbetrieben abgenommen. Warum verschließen die Herren und Damen ihre Augen, angesichts der nicht ganz taktreinen Tritte, genau gesagt, lahm gehenden Schulpferden? Warum werden bei Reitabzeichen keine Dopingkontrollen durchgeführt? Man würde sicherlich fündiger, als bei manchem großen Turnier.

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