Pro Equo BW - Tagesablauf

Tagesablauf

Pferde verbringen unter naturnahen Bedingungen einen großen Teil (etwa 50% bis 70%) des 24-Stundentages mit Fressen. Danach nehmen Stehen (ca.20%-25%) bzw. stehend Ruhen (ca. 10%-15%) und Bewegung (unabhängig von der Fortbewegung beim Fressen; ca. 10%-15%) die meiste Zeit in Anspruch. Auf andere Verhaltensweisen wird vergleichsweise wenig Zeit verwendet. Die einzelnen Aktivitäten sind meist auf mehrere Phasen über den Tag verteilt, wobei Pferde auch nachts aktiv sind. Der größere Teil der Fortbewegung erfolgt allerdings meist tagsüber.

Die meisten Verhaltensweisen unterliegen, ähnlich wie auch physiologische Prozesse (z.B. Körpertemperatur oder Puls), einer Tagesperiodik, zeigen also im Laufe eines Tages mehr oder weniger regelmäßige Schwankungen in Häufigkeit oder Intensität. Die Tagesperiodik beruht vermutlich auf einem Zusammenwirken endogener und exogener Faktoren. Bezüglich der endogenen Einflüsse wird eine "innere Uhr" postuliert, die etwa im 24 Stunden -Rhytmus die Aktivitätszeiten der Tiere steuert. Als äußere Zeitgeber, die diese "innere Uhr" regulieren, fungieren vermutlich zyklische Außenfaktoren wie Licht oder Temperatur. Unabhängig von diesem circadianen Rhythmus (circadian= etwa einen Tag) beeinflussen aber auch die unmittelbaren Außenfaktoren wie z.B. das momentane Wetter oder die Belästigung durch blutsaugende Insekten das Verhalten und den Tagesablauf der Pferde. New -Forest Ponys verzichten z.B. bei starkem Wind und Regen oft auf ihre Wanderung zu den üblichen Weideplätzen und halten sich den ganzen Tag an geschützten Stellen in der Nähe ihrer Ruheplätze auf. Dülmener Ponys ziehen sich an insektenreichen Sonnentagen früher als sonst, bereits ab etwa 7 Uhr, zum Ruhen in den schattigen Wald zurück.

Von daher ist es unverständlich, dass viele Pferdebesitzer ihre Pferde bei Wind und Wetter auf die Koppel lassen, beispielsweise auf Weideflächen, die bei großer Insektenplage keine Rückzugsmöglichkeit für die Pferde zulassen. Und das alles unter dem Deckmantel der artgerechten Pferdehaltung. Meist haben wir eben nur begrenzte Möglichkeiten unseren Pferden Koppelgang zu ermöglichen, daher müssen wir uns auch den Pferden, bzw. den Wetterverhältnissen, anpassen. Wir können der Koppelgang dabei nicht nach starr festgelegten Zeiten einplanen, sondern müssen uns an den Wetterverhältnissen orientieren.

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