Pro Equo BW - Ausmisten / Einstreu

Ausmisten / Einstreu

Wenn sie nun ein eigenes Pferd haben (oder eine Reitbeteiligung an einem Pferd), kann es gut sein, dass sie das Pferd auch ausmisten müssen.

Viele Stallbetreiber versuchen heute, Personalkosten einzusparen, um so die Boxenmiete niedrig halten zu können, und bieten dem Pferdebesitzer an, selbst auszumisten. Vielen Pferdebesitzern kommt das entgegen. Nun ist Ausmisten aber auch nicht ganz so einfach, wie es aussieht, bzw. es gibt verschiedene Ansichten darüber.

Ganz offiziell gibt es:
- Die Matratzenstreu, bei der die nassen Stellen und die Bollen entfernt werden
- Die Wechselstreu, bei der täglich der gesamte Mist entfernt wird, d.h. es wird alles bis auf das saubere Stroh, entfernt.
- Die Tiefstreu, hierbei wird nicht ausgemistet sondern nur täglich mit Stroh eingestreut.

Diese Art wird z.B. in großen Fohlenlaufställen angewandt. Hier wird der Mist dann ca. alle drei Monate mit einem Frontlader entfernt, wenn die Fohlen auf der Koppel sind.
Wenn möglich, meiden Pferde ihre Ausscheidungen, daher ist es widernatürlich, wenn sie darauf herumlaufen müssen. Auch auf kleinen Koppeln kann man beobachten, wie Pferde in den Ecken der Weide abäpfeln, um die Abweidungsmöglichkeit so groß wie möglich zu halten. Die Variante der "Tiefstreu" sollte daher für die Boxenhaltung nicht in Frage kommen, denn hierbei leidet auch das allgemeine Wohlbefinden des Pferdes und es legt sich wesentlich weniger zum Ruhen nieder.

In der Boxenhaltung vermischen sich oft die Arten auszumisten, (Matratzenstreu /Wechselstreu). Persönlich halte ich von der Wechselstreu überhaupt nichts. Ich kannte mal einen Pferdepfleger, der immer schön angelegte Matratzen in den Boxen hatte, nur nach der Wurmkur wurden alle Boxen leergeräumt und neu eingestreut. Tags darauf stand dann ein Schulpferd mit ausgekugeltem Knie in der Box. Wie kam`s? Das Pferd war beim Aufstehen ausgerutscht und hatte sich dabei das Knie ausgekugelt. Vor Kurzem arbeitete ich in einem Stall, in dem die Stallbesitzerin beim Misten in der Mitte der Box immer alles, bis hin zum Boden, penibel entfernte, dann aber leider noch nicht mal die Einstreu eben machte, sondern nur neues Stroh aufschüttelte. Die Pferdbesitzer wunderten sich, warum plötzlich, sprichwörtlich über Nacht, immer wieder einige Pferde lahm gingen, bzw. Zerrungen im Bereich der Hinterhand hatten. Im Grunde ist es doch so, als müssten die Pferde auf der Stallgasse aufstehen. Auf dem Betonboden, der ja auch in der Box ist, finden die Pferde einfach keinen Halt, vor allem, wenn sie noch beschlagen sind. Von daher würde ich mich freuen, wenn auch sie sich für die Matratzenstreu begeistern könnten, auch wenn es einen zeitlich größeren Aufwand darstellt, wenn man es richtig macht. Der ein oder andere , wie auch mein Prüfer bei der Prüfung zum Pferdewirt Z.u.H., mit dem ich in der Prüfung über meine Meinung zur Wechselstreu diskutiert habe, wird dagegen halten und behaupten, dass beim Misten der Matratzenstreu jedes mal Ammoniak freigesetzt wird. Natürlich wird Ammoniak freigesetzt, aber da wir wissen, wo sich die nassen Stellen befinden, werden diese täglich entfernt.

Vor allem wird hier der Ammoniak gebunden, indem wir mit der Einstreu wieder eine Matratze anlegen. Das ist zusätzlich ein Grund, nicht nach der Wechselstreu zu arbeiten, weil hier ständig Ammoniak freigesetzt wird, da ja kein Material vorhanden ist, das ihn aufsaugen könnte.

Da sie nur ein Pferd ausmisten müssen, finden sie bestimmt eine Möglichkeit, das Pferd in dieser Zeit irgendwo außerhalb der Box unterzubringen, (z.B. ins Paddock oder auf die Koppel stellen, oder sie binden es bei schlechtem Wetter solange am Putzplatz an). Wenn uns das Pferd nicht ständig im Weg ist, können wir ordentlicher und auch schneller misten. Auch atmet das Pferd auf diese Weise nicht den freigesetzten Ammoniak ein, und was viel wesentlicher ist, steht es beim Aufschütteln des Strohs nicht in einer Staubwolke. Bleibt das Pferd zum Misten in der Box, möchte es gleich an das frische Stroh, und oftmals wird so unwillkürlich das Stroh direkt vor dem Kopf des Pferdes aufgeschüttelt und das Pferd inhaliert unweigerlich den Staub ein. In großen Pferdbeständen ist deshalb auch beim Einstreuen ein langanhaltendes Prusten und Husten zu vernehmen. Wenn die Pferde schon in der Box bleiben müssen, wäre es hier sinnvoll, ihnen etwas Stroh zum Fressen zu überlassen und den Rest seitlich vom Pferd (abgewandt vom Pferdekopf) zu verteilen.

Nun wollen wir aber selbst eine Box ausmisten.

Dazu benötigen wir einen Schubkarren und eine Mistgabel, die mit vier bis fünf Zinken versehen ist. Zusätzlich noch eine Bollengabel, die viele Zinken hat und seit langem aus Plastik hergestellt wird. Dadurch hat sie ein wesentliches geringeres Eigengewicht und ist gut zu handhaben. Wir stellen den Mistkarren direkt an die Box und sortieren zuerst das gute Stroh aus dem Mist und häufen es an einer sauberen Stelle der Box. Dann werden die Bollen mit der Bollengabel entfernt, wobei wir hierbei vor allem an der Wand nachschauen, da viele Pferde an die Wand äpfeln. Danach nehmen wir die Mistgabel und entfernen die nassen Stellen. Anschließend wird die Box mit der verbliebenen Einstreu wieder eben gemacht indem man die Einstreu gleichmäßig in der Box verteilt. Dazu nimmt man Einstreu auf die Gabel und schüttelt sie gleichmäßig in der Box (so als wenn sie Puderzucker über einen Kuchen schütteln). Dazu ist die Bollengabel wieder das Mittel der Wahl. Auf diese Weise fällt zuerst das Sägemehl auf den Boden und anschließend das Stroh. Bei dieser entscheidenden Aufgabe ist es wichtig, die Gabel waagrecht zu halten. Oftmals konnte ich beobachten, dass die Gabel einfach wie ein Rechen hin und her geschwenkt wurde, um die Box eben zu machen, was natürlich nicht sehr hilfreich ist. Nachdem wir die Einstreu verteilt haben, klopfen wir die Box noch fest. Nun nehmen wir das an der Seite aufgehäufte Stroh und verteilen es in der gleichen Manier in der Box und klopfen auch dieses wieder fest. Man darf sich hier kein wildes Klopfen vorstellen, es genügt, mit der Gabel die Einstreu leicht zu verdichten. Sie werden sich vielleicht fragen, was soll denn der Unsinn, wozu die Einstreu festklopfen? So ein schweres Pferd macht doch alles gleich wieder zu Nichte. Sicher, wenn sie ein Pferd haben, das ständig in der Box scharrt, wird es nicht viel bringen. Ansonsten ist es aber auf Dauer gesehen wirklich arbeitssparend und sieht gut aus.

Anschließend wird frisches Stroh aufgeschüttelt und wieder eben gemacht. Je nach Größe des Pferdes benötigen wir einen halben bis ganzen Ballen Stroh.
Achten sie darauf, dass sie die Strohschnüre zuerst außerhalb der Box hinhängen, damit sie diese nicht ausversehen mit einstreuen und sie nicht mehr finden. Ich habe tatsächlich mal ein Pferd gesehen, dem hing eine Strohschnur im After. Zuerst wussten wir nicht, was da hing und als wir vorsichtig zogen, hatten wir eine komplette Strohschnur in der Hand. Strohschnüre also bitte immer außen an die Boxe hängen und am Schluss an den dafür vorgesehen Ort bringen.

Sägemehl wird meist einmal in der Woche nachgestreut. Dies sollte nach dem Ebenmachen der Einstreu und vor dem Verteilen des Strohhaufen erfolgen. Somit haben sie eine rundum saubere und ebene Box. Nach dem Misten wird noch das Tränkebecken und die Futterkrippe auf Verunreinigungen kontrolliert und die Geräte (Schubkarren und Gabeln) aufgeräumt. Danach sollten sie die Stallgasse im Bereich ihrer Box fegen. Um Staub zu verhindern,, sollte die Stallgasse vorher leicht angefeuchtet werden.

Wenn Sie eine Pferdebox mieten, werden Sie im Mietvertrag kaum einen Satz darüber finden, wer für die Reinigung der Tränkebecken und des Futtertrogs verantwortlich ist. Meist denkt der eine vom anderen, dass er zuständig ist. Daher können Sie es getrost selbst in die Hand nehmen.

Spinnweben Tränkebecken und Co.

Das Säubern des Tränkebeckens ist wirklich kein Hexenwerk, daher wundere ich mich umso mehr, dass der Großteil der Tränkebecken oft total versüfft und zugekleistert ist. Und das, obwohl die Pferde ihre Nase täglich mehrere Male rein stecken müssen.

Meist genügt es, diese Arbeit alle ein bis zwei Wochen vorzunehmen. Dazu stellen wir das Pferd wieder aus der Box, oder machen es am besten gleich im Anschluss an das Misten. Zuerst sollten noch die Spinnweben an den Wänden und Gitterstäben abgefegt werden (Vorsicht dass das Nachbarpferd nicht erschrickt), danach wird das Tränkebecken mit einem Schwamm gesäubert. Dabei ist es wichtig, auch die Tränkebeckenzunge anzuheben und die Unterseite zu reinigen, denn hier setzen sich mit der Zeit Algen und Schmutz an. Bei starken Verschmutzungen kann man auch zuerst mit einer Wurzelbürste und heißem Wasser putzen. Wichtig ist, dass man sich fürs Tränkebecken extra einen Schwamm zulegt und keine Art von Putzmittel benutzt, sondern nur mit klarem Wasser arbeitet. Zum Einen können Pferde allergisch auf die Inhaltstoffe reagieren, und zum Anderen verweigern sie aufgrund ihres gut entwickelten Geruchssinn evtl. das Trinken. Danach kann der Futtertrog noch feucht ausgewischt werden. Auch den Salzleckstein nutzen die Pferde meist täglich. So wird auch dieser einfach mit klarem Wasser abgewaschen. Wenn man den Salzleckstein in den herkömmlichen viereckigen Plastikhalterungen hat, sollte man den Salzleckstein ab und zu ganz herausnehmen und den Boden der Halterung auswaschen. Ist der Salzleckstein stark verschmutzt, so kann man ihn auch ins Waschbecken legen und unter laufendem Wasser mit einer Wurzelbürste abwaschen. Zur Befestigung des Salzleckstein eignet sich auch ein Strick der an die Gitterstäbe befestigt wird. Der Salzstein selbst sollte an der Holzverkleidung hängen und nicht mit den Eisenstäben in Berührung kommen, da die Eisenstäbe, durch das Salz oxidieren und rosten können.

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