Pro Equo BW - Unfallverhütung

Unfallverhütung

Beim Reiten

-Reitkappe tragen
-knöchelhohe Schuhe anziehen. (Halbschuhe sind ungeeignet, da man mit dem Fuß durch den Steigbügel rutschen kann.)
(siehe Reitausrüstung)

Box/Stall

Die Box ab und zu auf scharfe Kanten und Nägel absuchen, da sich Nägel mit der Zeit aus der Wand hervorheben können. Die hervorstehenden Nägel müssen, je nach Situation entweder wieder eingeschlagen oder entfernt werden. An Holzwänden können (durchs Gegenschlagen an die Box oder durch Benagen der Wand) Holzsplitter entstehen. Diese sollten durch Abschleifen der Stelle wieder geglättet werden.

Durchschlagene Bretter sollten schnellstmöglich gegen neue Bretter ausgetauscht werden, da das Pferd beim Wälzen mit einem Fuß hängen bleiben kann. Die Folgen können sie sich selbst vorstellen.Vor`m Betreten der Box das Pferd ansprechen. Selbst das liebste Pferd kann aus einer Schrecksituation heraus reflexartig ausschlagen.Beim Herausführen des Pferdes Box -und Stalltüre ganz öffnen, um ein hängen bleiben mit der Hüfte zu vermeiden (Siehe Bildreihe). Schubkarren, Mistgabeln, Strohschnüre etc. nach Gebrauch außer Reichweite für Pferde aufräumen (siehe Ausmisten).

Pferdepflege

Pferde nie an unstabilen, beweglichen Gegenständen anbinden, (Z.B. Boxen -und Stalltüren, Lattenzaun von Koppel oder Paddock). Weder zu lang oder zu kurz, noch zu tief oder zu hoch anbinden. Grundsätzlich am Putzplatz und im Pferdehänger mit Panikhaken anbinden (Nur so ist es möglich, einen straff gespannten Strick zu lösen, indem man den Panikhaken öffnet. Dies ist bei Karabinerhaken in solch einer Situation nicht mehr möglich). Strick nie um die Hand wickeln, da sich bei einer ruckartigen Bewegung des Pferdes der Strick an der Hand festziehen kann Putzbox nicht vor dem Pferd abstellen, sondern außer Reichweite des Pferdes. Pferd nie an den Zügeln anbinden, Zügel nie auf den Boden hängen lassen(Hierbei können sich Pferde schwere Verletzungen, bis hin zu Kieferfrakturen, zuziehen).

Reithalle

Bahnordnung befolgen. Nur so kann ein reibungsloser Ablauf mit mehreren Reitern und Pferden stattfinden.
Pferd erst in die Halle oder Koppel hineinführen und herumdrehen, so dass das Pferd mit dem Kopf zum Menschen steht, dann den Strick lösen. (Nur so ist man aus der Gefahrenzone, wenn ein Pferd aus Übermut ausschlägt). Zum Freilaufen lassen die Spiegel abhängen, damit das Pferd nicht im Spiegelbild einen Kameraden vermutet und hinein läuft. Außentüren schließen, damit das Pferd nicht seinem Herdentrieb nachgeht und über die Bande springt.

Weide

Vor der Weidesaison Einzäunung ablaufen und auf angefaulte Pfosten und zernagte Latten überprüfen und gegebenenfalls auswechseln. Herausstehende Nägel wieder einschlagen. Auch während der Weideperiode sollte die Einzäunung des öfteren kontrolliert werden.

Bei der Einzäunung mit E-Zaun sind dicken gut sichtbaren Seilen der Vorzug zu geben, da sie Wind und Wetter besser standhalten. Durch kleine Schlaufen von Strohschnüren o. rot/weiße Flatterbändern können die Seile für die Pferde noch besser sichtbar gemacht werden. Kein Knotengitterzaun verwenden, da die Pferde bei Vorstellen eines Beines oder beim Wälzen mit dem Bein hängen bleiben können.
Stacheldrahteinzäunung ist in der Pferdehaltung verboten! Koppeleingang ganz öffnen, bzw. Holzstangen übereinander legen.

Sattelzeug

Darauf achten, dass das Trensengebiss an der Seite nicht zu viel "Spiel" hat (ausgeschlagen ist),ausgeschlagene Gebisse können die Maulwinkel einklemmen.
Saubere, weiche Satteldecken und Gurte verwenden, um Sattel -und Gurtdrucke zu vermeiden. Lederzeug überprüfen: Hierzu gehören vor allem die Nähte von den Zügelschnallen und den Steigbügelriemen.

Füttern

Bei der Fütterung von mehreren Pferden im Auslauf bzw. im Winter auf der Koppel sollte für jedes Pferd ein eigener Heuhaufen zur Verfügung stehen. Zum nächsten Heuhaufen sollte mindestens ein Radius von 3m Abstand eingehalten werden. Um Auseinandersetzungen zwischen den Pferden zu vermeiden.

Tränkebecken nicht unmittelbar neben dem Futtertrog anbringen um Verunreinigungen des Wassers zu vermeiden.

Pferdeanhänger

Pferd nur in einen ans Zugfahrzeug angehängten Pferdehänger verladen (auch zum Üben muss der Pferdehänger am Fahrzeug angehängt sein), um ein Kippen oder gar Wegrollen des Pferdehängers zu verhindern. Die Pferde grundsätzlich mit einem Strick mit Panikhaken anbinden.Das Heunetz nicht zu tief hängen, damit die Pferde nicht versehentlich mit dem Bein ins Heunetz treten können.
Auch wenn sie in einem Zweipferdehänger nur ein Pferd transportieren, so ist der freie Stand nicht dazu da, um diverse Dinge (z.B. Bollenschaufel, Besen, Futtereimer etc.) unterzubringen. Diese Dinge können das Pferd während der Fahrt extrem irritieren, indem sie beim Bremsen, Anfahren und in Kurven eine laute Geräuschkulisse entwickeln. (Man muss sich nicht wundern, wenn Pferde die so verantwortungslos gefahren werden, nur noch ungern in den Hänger gehen). Bei stärkeren Bremsmanövern kann der ganze Unrat nach vorne fliegen und bei erneutem Anfahren dem Pferd zwischen die Beine geraten.

Der Anhängerboden sollte mit einem rutschfesten Gummiboden ausgestattet sein. Boden zusätzlich mit Sägemehl einstreuen, damit zum Einen Feuchtigkeit besser aufgesaugt und entfernt werden kann. Zum Anderen ist es für das Pferd einladender in einen geräuscharmen Hänger zu gehen. Anstatt Sägemehl kann auch eine dünne Schicht Stroh verwendet werden. Eine zu dicke Schicht Stroh ist ungünstig, da es für die Pferde keinen so guten und rutschfesten Untergrund bietet. Das Pferd nach dem Hineinführen in den Hänger erst anbinden, wenn die Stange gesichert ist. Beim Ausladen sollte man das Pferd erst losbinden und dann die Stange entfernen. Beim Ausladen ist es sinnvoll, wenn eine Person seitlich an der Rampe steht und mit der Hand Körperkontakt zum Pferd herstellt, um ein seitliches Heruntergleiten mit den Beinen an der Rampe zu verhindern.

Nie die Pferdehängerrampe zu machen, wenn die Stange noch nicht angebracht ist !!!
Unerfahrene Pferde können beim Anblick der schließenden Rampe in Platzangst geraten, sich losreißen und nach hinten stürmen. Dabei können sich die Personen, die den Hänger schließen wollten, durch die Wucht der herunterfliegenden Rampe und dem herausrennenden Pferd sich sehr schwere Verletzungen zuziehen.

Vor der Fahrt mit dem Pferdeanhänger sollte man folgendes immer kontrollieren:
- dass die Anhängerkupplung wirklich eingerastet ist.
- das Bremsseil um der Anhängerkupplung liegt.
- dass das Rücklicht und das Bremslicht am Anhänger funktionstüchtig sind.
- dass der Pferdeanhängerboden stabil ist
- Heunetz nicht zu tief hängt, so dass das Pferd mit dem Bein hängenbleiben kann.