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Frei bewegen des Pferdes

Zum Laufen lassen des Pferdes, ist die Reithalle am besten geeignet.

Sollte keine Reithalle vorhanden sein, muss der Reitplatz hoch genug (ca. 1.40) und mit mind. zwei Stangen Reihen eingezäunt sein. Zusätzlich empfiehlt es sich, eine Person zu beauftragen, am Eingang zu stehen um gegebenenfalls das Pferd durch Armbewegungen daran zu hindern, über den Eingang zu springen. Sind in der Reithalle Spiegel angebracht, sollten diese erst gesichert werden. Vor allem die Spiegel an den kurzen Seiten verleiten manche Pferde dazu frontal hineinzulaufen, weil sie in ihrem Spiegelbild ein anderes Pferd sehen. Früher legte man einfach Stangen auf die Bande über Eck. Heute sind die meisten Spiegel mit Rolladen versehen. (So dass man diese einfach vorher herunterlässt). Sie können das Pferd mit dem Stallhalfter laufen lassen. Allerdings ist es ratsam die Pferdebeine mit Gamaschen zu versehen, da sich die Pferde bei allzu übermütigen Sprüngen leicht verletzen können. (Das Hereinführen des Pferdes haben wir ja schon besprochen. Erst Richtung Eingang herumdrehen und dann loslassen.) Auch wenn ihnen die Bandentüre recht hoch vorkommt, sollten sie dennoch die äußere Hallentüre schließen. Es wäre bestimmt nicht das erste Pferd, das versucht, über die Bandentüre zu springen und bestimmt auch nicht das letzte. Die meisten Pferde nutzen die Gelegenheit beim freien Bewegen, sich erst einmal zu wälzen. Viele wählen dazu die Mitte der Bahn. Es gibt aber auch Kandidaten, die sich in der Nähe der Bande hinlegen wollen, und sich dabei festlegen. D.h., wenn sie sich um ihre eigene Achse drehen, landen die Pferdebeine an der Bande und das Pferd liegt so hilflos da wie ein Maikäfer, da es sich mit den Beinen nicht mehr abstoßen, geschweige den aufstehen kann. Also beobachten sie ihr Pferd und lassen sie es sich nicht in unmittelbarer Nähe zur Bande hinlegen. Leider kommt das Festlegen auch oft in der Box vor. Manchmal kommen die Pferde nach ein paar Minuten von allein wieder hoch; das kommt immer darauf an, wie sie liegen. Manchmal hört man im Stall ein Gepolter und jemand meint, da hat sich einer festgelegt und bis man dazukommt, steht das Pferd schon wieder. Aber es kann auch sein, dass das Pferd noch liegt. Dann sollte man den Reitlehrer oder eine erfahrene Person dazu holen, die weiß, was zu tun ist. Jede Situation beim festgelegten Pferd ist anders. Und hier sieht wirklich nur ein geschultes Auge, ob eine kleine Aufmunterung hilft, oder ob man das Pferd nur mit Seilen wieder auf die Pferdebeine und den festen Boden bekommt. Das erfordert aber wirklich Routine im Umgang mit Pferden. Ein wildes Geschrei und wedeln mit dem Besen ist unangebracht. Nicht nur, dass das Pferd zusätzlich durch seine hilflose Position in Panik gerät, es kann auch zu schwerwiegenden Verletzungen führen. Vor allem, wenn das Pferd an der Boxentüre liegt, sollten sie die Tür auf keinen Fall öffnen,. in der Ansicht, das Pferd hätte so eher die Möglichkeit, aufzustehen. Im Gegenteil, das Pferd hat so keine Möglichkeit, sich abzustoßen und kann auf dem rutschigen Stallgassenboden erst recht nicht aufstehen, zumal die Hinterbeine meist noch an der Boxenwand eingekeilt sind. Das Festliegen in der Box kommt oft nach dem Reiten vor, wenn die Pferde verschwitzt sind und sich deshalb ausgiebig wälzen möchten. Von daher empfiehlt es sich, die Pferde, wenn die Halle o. der Reitplatz frei sind (sich also keine anderen Reiter in der Halle sind ) kurz zum Wälzen in die Halle zu lassen. Aber denken sie daran, dass das Pferd sich nicht an die Bande legt.

Nun aber zurück zum Freibewegen. Wenn sie nun die Hallentüre geschlossen haben und mit der Peitsche in der Bahn stehen, so sollte sich das Pferd wie beim Reiten erst einmal im Schritt warm laufen.
Ich konnte oft beobachten, dass die Reiter ihre Pferde wild herumjagen. Mir kommt es immer so vor als hätten sie ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Pferd, weil es die letzten Tage bewegungsmäßig zu kurz kam und sie es jetzt wirklich ausgiebig bewegen wollen. Die Pferde rutschen bei diesem panikartigen Renngalopp in der Ecke aus, oder poltern mit den Beinen an die Bande, weil sie einfach zu schnell unterwegs sind. Nach diesem Prozedere stehen die Pferde klatschnass mit zitternden Vorderbeinen da. Dies ist eine einzige Tortour für die Pferde, damit tun sie ihnen keinen Gefallen und es hilft auch nicht ihrem schlechten Gewissen. Versuchen sie es einfach ruhig und vernünftig zu bewegen, denn die verlorenen Kilometer holen sie durch diese Art der Herumjagerei auch nicht mehr rein.
Freibewegen ist für das Pferd eine willkommene Abwechslung, solange kein Kilometerzähler eingebaut wird.

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